SWCP – Warum die 1000 km ?

SWCP – Warum die 1000 km ?

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Ein Vogelschwarm im Himmel über einer Wiese

Warum gehe ich den SWCP? Ich sitze vor dem leeren Bildschirm, schließe meine Augen und kenne die Antwort. Jeden Meter, den ich auf diesem Küstenweg gegangen bin, ist in mir festgehalten. Mit geschlossenen Augen finde ich nicht die Buchstaben auf meiner Tastatur, ich sehe und fühle aber Cape Cornwall, Tintangel, Lizzard, Land’s End, Looe, St Ives… Schritt für Schritt. Und noch unendlich mehr. Die salzige Meeresluft atme ich ein, schmecke die Salzkristalle auf meinen Lippen, und spüre die Sonne und den Wind in meinem Gesicht. Hier will ich innehalten.

Es ist nicht die Besonderheit eines einzelnen Ortes, es ist die Gesamtheit aller Orte, die ich gesehen und gefühlt habe, deren Wege ich gelaufen bin, an die mich auch nur ein flüchtiger Moment erinnert. Es sind die Ort, die mich immer und immer wieder in ihren Bann geziehen. Die kulinarischen Erinnerungen, einfach das besondere Licht, die Farben des Meeres und der Wiesen. Das satte Gelb des Ginsters und der herbstliche Sturm und auch die sanfte salzige Nässe des Morgennebels.

Kleine Felseninsel inmitten des Meeres in England an der Küste bei Cornwall

Gänsehaut überzieht mich. Meine Erinnerungen lassen sich nicht einfangen, sie erscheinen wie ein nicht endendes Blitzlichtgewitter. Mit Schmetterlingen im Bauch kündigt sich meine Vorfreude auf meine nächste Reise in den Südwesten Englands an. Vor meinem geistigen Auge sehe ich Minehead, den Bahnhof der „West Somerset Railway“ und den Beginn des SWCP. Mit großen Schritten beginne ich die ersten Meter des SWCP an der Promenade. Nach kurzer Zeit verlasse ich Minehead endgültig und bin mit mir selbst auf dem längsten National Trail für die nächsten 60 Tage.

Anfangs springen meine Gedanken in großen Entfernungen, nach Padstow, Portreath, St Ives, Land’s End, St Michael’s Mount, Lizard, Hellston River…

Später werde ich nur im hier und jetzt sein.

Alles ist nur ein Traum der gespeist wird von vielen Erinnerungen. Dieser Traum soll lebendig werden.

Es scheint alles nicht so einfach…

Seit vielen Jahren nähre ich diesen Traum, einmal den ganzen SWCP zu gehen. Mit jedem Meter, mit jedem neuen Ort und mit jeder Wanderung wächst dieser Traum. Je älter und größer dieser Traum wurde, desto schwerer erschien es mir, mir jemals diesen Traum erfüllen zu können. Schließlich wurde ich mit jedem Jahr älter, mit jeder Wanderung erfahrener. Jede neue Wegstrecke ersetzte ein fehlendes Steinchen auf meinem SWCP Puzzle.

Meine sonstigen Probleme wechselten sich miteinander und mit der vielen anderen Arbeit ab. Die Zeit schien niemals bereit zu sein. 60 Tage, zwei Monate am Stück, kann ich nicht von der Quelle meiner regelmäßigen Einkünfte fern bleiben. Meine Verpflichtungen torpedierten jeden Gedanken daran eines Tages meinen Rucksack aufzunehmen und einfach loszugehen.

Grünes Dickicht mit mystischem Nebelschleier

Warum gehe ich den SWCP doch und warum gehe ich ihn jetzt?

Mein Traum hat den Reifegrad erlangt, dass er dem Zerplatzen nahe ist. Vor einigen Wochen konnte ich einige finanzielle Altlasten erledigen. Dadurch eröffnen sich für meine Einkommenssituation neue Möglichkeiten. Meinen Fokus kann ich nun noch mehr darauf richten, Einkünfte aus meinem Blog und meiner sonstigen selbständigen Tätigkeit zu generieren.

Dazu brauche ich neue und aufregende Geschichten, die ich erzählen kann. Neue Erfahrungen, über die es sich lohnt, zu berichten.

Bereits jetzt verfüge ich über den Status eines Experten bezogen auf den SWCP, zumindest in Deutschland. Mir fehlt nur noch die Tatsache, dass ich den SWCP insgesamt und in einem Stück gewandert bin. Selbst das können nicht alle britischen Experten von sich sagen.

Die Erledigung meiner finanziellen Altlasten führten ebenfalls dazu, dass ich mich zukünftig frei ausrichten kann, womit ich meinen Lebensunterhalt verdienen will. Damit verbunden sind die Veränderungen in meinem sonstigen Leben. So sehe ich die Wanderung auf dem SWCP auch als Gelegenheit und Chance für eine Neuausrichtung.

Der SWCP als neue Ausrichtung

Auf den 1000 Kilometern werde ich jede Frage nach dem Ziel meines Lebens mit mir diskutieren können. Noch mehr wird die geistige Leere nach einigen Tagen auf der Wanderung dazu führen, dass ich alte Glaubenssätze ablege, mindestens infrage stelle und mich öffne und einen Blick für neue Gelegenheiten bekomme.

Nach diesen 60 Tagen und vor allem den Wochen danach werde ich wissen, wo ich stehe. Sind die Ideen, mit denen ich auf dem SWCP gestartet bin, immer noch interessant umgesetzt zu werden? Kann ich meine Erlebnisse auf dem SWCP monetisieren?

Reichen meine Geschichten für ein Buch? Bin ich überhaupt in der Lage meine Geschichten interessant und lesenswert zu erzählen?

Ohne den langen Weg der über 1000 Kilometer werde ich meine Fragen nicht beantworten können. Zumindest weiß ich, ob die 1000 Kilometer geeignet waren mir bei der Suche nach meinen Antworten behilflich zu sein.

Die Küste bei Cornwall mit einem Sonnenuntergang über dem Wasser

Meine Pflichten und meine Unterstützer

Vor einigen Wochen erklärte ich meinen überraschten Kollegen, dass ich im nächsten Jahr vorhabe über 1000 km den SWCP in Großbritannien zu wandern. Dazu brauche ich einen Zeitraum von 3 Monaten, in dem ich nicht ins Büro kommen werde. Nach anfänglicher Sprachlosigkeit und einigen erklärenden Gesprächen darüber, wie ich mir die Erfüllung meiner Verpflichtungen gegenüber meinen Kollegen und unseren Auftraggebern vorstelle, erhielt ich viele moralische und praktische Angebote zur Unterstützung meines Vorhabens.

Abgesehen von einzelnen Details steht meiner Abwesenheit im Büro nun nichts mehr im Wege. Auch konnte ich eine Regelung finden, die es mir ermöglicht auch in den 3 Monaten der Abwesenheit mein Grundeinkommen zu generieren.

Parallel habe ich mein Vorhaben auch mit meiner Frau besprochen. Abgesehen davon, dass sie immer meine Vorhaben mit motivierenden und inspirierenden Gedanken und Anregungen unterstützt, bedeutet auch für sie meine Abwesenheit von 2 Monaten nicht nur eine erhebliche Einschränkung in ihrem Leben, weil sie meine Aufgaben übernehmen muss, sondern bedeutet die Abwesenheit eines Partners über einen solchen Zeitraum auch die Umstellung der Gewohnheiten in einer Beziehung. In den zwei Monaten kann ich ihr nur bedingt zur Seite stehen. Unsere Gespräche und unser Gedankenaustausch sind auf Telefonate und Textnachrichten beschränkt. Hinzu kommt, dass meine Frau in ihrem Alltag verbleibt, ich dagegen bin jeden Tag an einem anderen Ort, treffe täglich neue Menschen (hoffentlich nicht so viele) und werde mich täglich verändern. Mit welchen Erfahrungen, Stimmungen und Veränderungen ich dann zurück komme, weiß keiner von uns. Sie will das Experiment trotzdem mit mir wagen. Nun stehe ich auch hier in der Pflicht.

Zur Finanzierung meines Vorhabens gehe ich gegenwärtig Verpflichtungen mit Sponsoren und Werbepartnern ein, auch diese wollen erfüllt werden.

Nach meiner Budget Planung, der Beitrag hierzu wird bald veröffentlicht, ist es einfach notwendig die Kosten der Wanderung durch eine finanzielle Unterstützung abzufedern. Die Höhe der Kosten steht. Eine Reduzierung wird sicher punktuell möglich sein. Besonders vor Ort eröffnen sich Möglichkeiten die kalkulierten Kosten für die Übernachtung und Verpflegung zu beeinflussen. Trotzdem muss und will ich nicht blauäugig starten. Ich will sicher sein, dass die voraussichtlichen Kosten gedeckt sind. Ein Scheitern meiner Wanderung wegen der bereits beim Start bestehenden Unterdeckung lasse ich nicht zu.

Auch du kannst mich unterstützen. Hier findest du eine Übersicht der Bedarfe, für die ich noch Geld sammle, um die Kosten meiner Wanderung abzusichern. Jeder Euro zählt. Es wäre schön, wenn du dich an meiner Sammlung beteiligen möchtest. Vielen Dank!

Letztlich will ich diesen Weg gehen, weil ich ihn gehen muss. Mir stellen sich nicht die weiteren Fragen nach einem tieferen Warum. Wichtig ist nur, dass ich sicher bin und ich bin sicher. Im Moment gibt es nichts, von dem ich mit größerer Sicherheit wüsste, dass es von mir getan werden muss, als den SWCP zu wandern.

Cheers! Los geht’s!

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