Hadrian’s Wall Path – Natur und Geschichte Britanniens

Hadrian’s Wall Path – Natur und Geschichte Britanniens

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Ruine von der Hadrian's Wall auf der Hadrian's Wall Path Wanderung

Vor wenigen Wochen bin ich den Hadrian’s Wall Path gewandert. Mehr als 135 km und erst heute habe ich das Ausmaß und die Bedeutung des Hadrian’s Wall begriffen.

Im britischen TV läuft zurzeit „Roman Britain From the Air“. Eine Dokumentation über die Spuren, welche die Römer vor mehr als 1000 Jahren auf der Insel hinterlassen haben. Neben London nimmt der Hadrian’s Wall einen wesentlichen Teil dieser Dokumentation ein.

Warum auf den Spuren der Römer wandern? Warum den Hadrian’s Wall Path wandern? Hier sind meine ausgewählten Gründe:

Der Hadrian’s Wall Path von Deutschland schnell zu erreichen

Der Hadrian’s Wall Path ist sowohl in spontaner Entscheidung als auch mit langfristiger Planung ein interessantes Ziel für Wanderer.

In meinem Beitrag Hadrian’s Wall Path – 7 Schritte um spontan eine Wanderung zu planen habe ich anhand meiner Planung für die Wanderung des Hadrian’s Wall Path beschrieben, wie ich schnell und effektiv meine Entscheidungen getroffen habe und welche Hilfsmittel ich dazu nutzen konnte.

In meinem Fall bin ich morgens um 6.00 Uhr von Berlin über Amsterdam nach Newcastle geflogen und bin dort bereits um 8.40 Uhr (Ortszeit) gelandet.

Die Metro fährt in nur 25 Minuten vom Flughafen direkt ins Zentrum von Newcastle. Dort besteht die Möglichkeit in die Metro nach Wallsend umzusteigen und nach weiteren 15 Minuten stehst du am Segedunum, dem römischen Fort, Bath & Museum.

Startpunkt vom Hadrian’s Wall Path

Hier, in Wallsend, beginnt der Hadrian’s Wall Path in Richtung Westen. Roman Britain wird dich spätestens ab diesem Moment für die nächsten Tage nicht mehr loslassen.

Meine Wanderung des Hadrian’s Wall Paths habe ich erst am nächsten Tag begonnen. Den Tag der Anreise habe ich genutzt, um mich in Newcastle-upon-Tyne etwas umzusehen und mich auf meine Wanderung einzustimmen.

Bei dieser Gelegenheit habe ich auch einige Stunden an der Quayside, dem Ufer der Tyne, verbracht ohne mir bewusst zu machen, dass mich am nächsten Tag fast vollständig meine erste Wanderung von Wallsend nach Haddon on the Wall am Ufer der Tyne entlang führen wird.

Hadrian Wallpath Start in Wallsend entlang des Ufers der Tyne

Geschichte und Geschichten erleben

Am nächsten Morgen bin ich nach einer Besichtigung des Segedunum von Wallsend gestartet.

Die Fußspuren der Römer sind überall. Zugegeben, oftmals nur noch als Ruinen oder als Fundamente von römischen Gebäuden oder Festungsanlagen, doch lässt sich die Ausdehnung und der Wert dieser Befestigungsanlage für das römische Reich schnell bemessen.

Einerseits war den Hadrian’s Wall die Außengrenze des römischen Imperium und sollte so stark befestigt und militärisch bewacht sein um als sicherer Schutz dienen. Andererseits sollte die Größe und Ausdehnung des Hadrian’s Walls bereits an sich alle Feinde abschrecken.

Die Mauer war bis zu 5 Meter hoch und bis zu 3 Meter breit. Außerdem haben die Römer geschickt die gegeben geografischen Besonderheit genutzt und den Wall über die Erhebungen des Landes geführt.

Hadrian's Wall entlang des Hadrian's Ways mit einem See im Hintergrund

Es lohnt sich den an den Ausgrabungsstätten zu verweilen und die Geschichte einzuatmen. Wer irgendwann genug hat von „alten römischen Steinen“, der kann sich freuen und einen Abstecher in die „jüngere“ englische Geschichte machen.

1307 zog King Edward I in den Krieg um die Schotten zu unterwerfen. Er verstarb jedoch in der Gegend um Burgh-by-Sands. In der St. Michael’s Church wurde sein Leichnam aufgebahrt bis der neue König ihn nach London geholt hat. Die Besichtigung dieser Kirche war ein Highlight auf meiner Wanderung.

St. Michael's Kirche mit Grabsteinen auf dem Hadrian's Wall Path

Gute Wegführung und Kennzeichnung

Die Wegführung ist durch den Hadrian’s Wall vorgegeben. Eine nahezu vollständige Kennzeichnung des Weges macht ein Verlaufen unmöglich. Wanderkarten werden nicht gebraucht.

Bei der Wanderung von Osten nach Westen gilt, linker Hand scheint die Sonne und rechter Hand geht’s ins Tal und nach Schottland.

Nach jeder römischen Meile steht ein nummeriertes kleines Fort, ein Milescastle. So ist es leicht mitzuzählen und die Entfernung zu messen. Das Sammeln von Türmen erspart den Kilometerzähler.

Wanderpfad auf dem Hadrian's Wall Path mit der Ausschilderung der Wanderung

Unterkünfte lassen sich am Weg finden und buchen

In den größeren Städten Newcastle und Carlisle finden sich ohne Probleme Unterkünfte aller Preis- und Geschmacksklassen.

Hier kann über die bekannten Portale, wie zum Beispiel booking.com, gebucht werden. Über booking.com habe ich auch meine Unterkunft in Collerford gefunden. The George Hotel liegt direkt am Weg.

In Heddon on the Wall habe ich auf der Houghton North Farm übernachtet. Einfach, aber sauber und sehr freundlich. Im Dorf gibt es mehrere Pubs.

In Bardon Mill habe ich im  „The Twice Brewed Inn“ und in Bowness on Solway im „Kings Arms“ übernachtet. Rustikale Pubs. Das Twice Inn hat eine sehr gute Küche und Spitzenbier.

Absolut empfehlenswert war jedoch das Quarryside B&B in Banks. Das B&B liegt direkt am Weg und wird von der freundlichen Elizabeth geführt. Dort wurde ich mit einem Tee und selbst gebackenem Carrot Cake empfangen. Als Zugabe gab es einen Platz auf der Terrasse mit Blick auf den Hadrian’s Wall.

Der nächste Pub, das „The Belte Will Inn“, liegt etwa 15 Autominuten entfern. Kein Problem, Elizabeth bringt dich dort hin und der Wirt fährt dich zurück, wann immer du willst.

Andere Unterkünfte kannst du auch auf diesen Webseiten finden:

Hadrian's Wall bei dem Ortsschild Banks in England

Abwechslungsreich und anspruchsvolle Wanderung zugleich

Die Wanderung auf dem Hadrian’s Wall Path ist sehr abwechslungsreich.

Herbstliches Wetter und morgendlicher Nebel bringen mystische Momente. Ab dem späten Vormittag herrschaftlicher Sonnenschein.

Der erste Tag von Wallsend über Newcastle verläuft entlang der Tyne. Erst zum Ende des Tages beginnt der Aufstieg nach Heddon on the Wall als Vorgeschmack für die nächsten Tage.

Der Weg von Heddon nach Collerford täuscht über das zu erwartende Auf und Ab der nächsten 2 Tage. Schließlich passierst du auf Höhe von Steel Rigg den mit 345 m höchsten Punkt auf der Wanderung, den Green Slack.

Der Wirt aus dem „The Twice Brewed Inn“ hat von der tollen Aussicht geschwärmt. Mich erwartete der Green Slack im Nebel mit einer Sichtweite von vielleicht 10 m.

Auf dem Weg von Banks nach Carlisle flacht die Landschaft wieder ab. Mit Carlisle empfängt dich eine Stadt, deren Charme auf das Stadtzentrum beschränkt zu sein scheint. In jedem Fall lohnt sich eine Besichtigung des Castles.

Die letzte Etappe nach Bowness on Solway verläuft durch flaches Land. An Ende immer geradeaus, wenn du nicht bei Ebbe durch das Watt marschierst.

Der Geruch des Meeres begleitet dich bis nach Bowness on Solway, auch wenn der Wanderweg vor Erreichen des Meeres endet.

Aussicht auf der Hadrian's Wall Path Wanderung

Wer durchhält bekommt eine Urkunde

Am Ziel der Wanderung kannst du dich in die Gruppe der erfolgreichen Wanderer des Hadrian’s Wall Path einreihen.

Wer auf seiner Wanderung 7 Stempel sammelt, der erhält am Ende der Wanderung ein Zertifikat. Der National Trail gibt dazu nähere Informationen. Ich habe die letzte Urkunde 2014 im Pub Kings Arms erhalten.

Für mich steht fest: Den Hadrian’s Wall Path werde ich bei nächster Gelegenheit erneut wandern, mindestens jedoch die Strecke von Heddon-on-the-Wall bis nach Banks.

Eingang vom Hadrian's Wall Center

Zertifikat von der erfolgreichen Wanderung auf dem Hadrian's Wall Path

Nützliche Karten und Wanderführer für den Hadrian’s Wall Way

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