Englisches Wetter

Englisches Wetter

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South West Coast Path in Cornwall mit bewölktem Wetter an der Küste am Nachmittag

Das Wetter ist in Großbritannien ein viel diskutiertes Thema. Jeder spricht über das Wetter und hat zum aktuellen Wetter eine Meinung. Über die Wetteraussichten lässt sich eigentlich entspannt spekulieren: Das englische Wetter ist eben, wie es ist.

Das Wetter in England als Gesprächsgrundlage

Häufig habe ich auf meinen Wanderungen andere Wanderer getroffen, die den Gruß mit einer Bemerkung zum Wetter erwidert haben und dabei auf das wunderbare gegenwärtige englische Wetter, den herrlichen Sonnenschein und gelegentlich auch auf den miesen Regen aufmerksam gemacht haben.

Zwei Wanderer auf einem verregneten Wanderweg in Penzance in Cornwall

So kommt man mit einem Briten im Pub oder eben auch auf einer Wanderung bei der man andere Wanderer trifft über das Wetter schnell in ein Gespräch.

Das Thema englisches Wetter ist allgegenwärtig, jeder kann und will mitreden. Es ist auch leicht sich an den Spekulationen über das künftige Wetter zu beteiligen. Und alles ohne selbst dafür verantwortlich zu sein. Es ist so großartig! Das Wetter gehört zu den wenigen Dingen im Leben, die so nachhaltig sein können, ohne dass der Mensch unmittelbar Einfluss nehmen kann. Zumindest abgesehen von der Klimaerwärmung und den Chinesen, denen nachgesagt wird, sie schickten regelmäßig Raketen in den Himmel um es regnen oder schneien zu lassen.

Das optimale Wetter zum Wandern

Für uns Wanderer ist das Wetter von täglich wechselnder Bedeutung. Wobei ich auf dem Standpunkt stehe, dass das Wetter eben ist, wie es ist. Schlechtes Wetter gibt es nicht, es gibt nur die falsche Kleidung. Natürlich wandere ich gern bei schönem Wetter.

Für mich als Wanderer bedeutet schönes Wetter, kein Regen, wobei gegen einen gelegentlichen Schauer habe ich nichts einzuwenden. Der Himmel ist leicht bewölkt. Die Sonnenstrahlen werden durch die über Land oder vom Meer heranziehenden Wolken kurzzeitig verdeckt. Die Temperaturen steigen nicht weit über 20 °C.

Sonniges Wetter an einer Strandküste in England

Wie ist das Wetter Anfang Februar auf der Insel?

In der gedachten Diagonale von Land’s End im äußersten Südwesten bis zu den Shetland’s im Nordosten zeigen die Wetterkarten Temperaturen von 5°C – 7°C. Meist ist es bewölkt. Nur im Raum Carlisle und Aberdeen scheint die Sonne. Im Gegensatz dazu ist es hier in Berlin mit 0°C ziemlich kalt.

Englands Wetter in Verbindung mit der geographischen Lage

Das Wetter in Großbritannien wird grundsätzlich von seiner geografischen Lage und der Tatsache geprägt, dass Großbritannien im Wesentlichen eine flache Insel ist.

Im Westen bringt der Atlantik feuchte Luftmassen an die Küsten, die je weiter man in den Südwesten kommt, stärker von den Ausläufern des Golfstroms geprägt sind und wärmer und milder werden. Im Nordosten ist das kühlere und feuchtere Wetter arktischen Ursprungs. Der Osten Großbritanniens ist von den trockneren Luftströmen aus Kontinentaleuropa geprägt.

Auf der flachen Insel treffen nun alle Wetter aufeinander und bescheren ein mildes feuchtes Klima in Großbritannien. Ohne wirkliche Wetterextreme. Die Winter sind kalt, aber nicht so kalt wie in Deutschland. Die Sommer sind warm, aber nicht so heiß wie hier. In Großbritannien gibt es selten Forst und kaum Temperaturen über 32°C.

Das Klischee, dass es in Großbritannien jeden Tag regnet, ist reichlich übertrieben. Die durchschnittliche Regenmenge ist mit 1.000 – 1.200 mm Niederschlag zwar höher als in Deutschland, aber regional extrem verschieden.

Bewölkter Himmel und Regenbogen über der britischen Stadt St. Ives an der Küste

Wann und wo sollte man in England wandern

Grundsätzlich kann man es vielleicht so formulieren: In unmittelbarer Küstennähe ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sich das Wetter schnell ändert. Im Süden, vor allem im Südwesten ist es wärmer. Nach Norden nimmt die Temperatur ab, die Feuchtigkeit jedoch zu. Besonders im Lake District soll es häufig länger anhaltend regnen.

Die Monate Juli/August sind die wärmsten, aber auch die feuchtesten Monate.

Für uns Wanderer gelten deshalb die Monate Mai/Juni und September/Oktober in Großbritannien als die besten Monate zum Wandern.

Sonnenuntergang M Porthmeor Beach in Cornwall

Die Briten jedoch lassen sich von keinem Wetter und keiner Jahreszeit abhalten eine gute Wanderung zu unternehmen. Ich habe gerade heute wieder eine Einladung für den 7. Februar zu einer Wanderung von den Wanderfreunden der Insel Anglesey erhalten. Nicht die erste Einladung in diesem Jahr. Viele Vereinigungen der Wanderfreunde laden das ganze Jahr über zu Tageswanderungen ein.

Dies mag auch daran liegen, dass die Briten an die Wechselhaftigkeit ihres Wetters gewöhnt sind und sich auch nicht davon abschrecken lassen, dass es durchaus vorkommen soll, alle Wetter an einem Tag zu erleben. Jedenfalls gibt es in den Einladungen immer den Hinweis auf die Regenkleidung und festes Schuhwerk, niemals jedoch die Aufforderung einen Regenschirm mitzubringen.

Selbst nach meinem Verständnis, obwohl ich mich auf meinen Wanderungen auch in dieser Frage sehr britisch fühle und verhalte, kleiden sich die Briten zu leicht. Nicht selten sehe ich im Winter junge Briten im T-Shirt auf der Straße oder junge britische Frauen im zeitigen Frühjahr, im März zum Beispiel, in Flip Flops. Sobald der erste Sonnenstrahl herauskommt ist offensichtlich „Flip Flop Wetter“, egal ob 7°C oder doch schon 10°C.

Für mich als Wanderer ist es wichtig selbst ein Gefühl für das aktuelle Wetter zu entwickeln. Nicht dass ich mich von meiner Wanderung abhalten lasse, aber ich will schon wissen, ob ich die Regenjacke gleich nach dem Frühstück anlegen muss oder ob ich mich darauf freuen darf, dass es wieder ein sonniger Tag wird. Außerdem will ich natürlich auf der Wanderung und im Pub über das Wetter mitreden. Gelegentlich ist es auch besser eine geplante Tagestour auf den nächsten Tag oder auf den Nachmittag zu verschieben, wenn Dauerregen angekündigt ist.

Zwei Wanderer, die in England bei Regen über eine kleine Brücke in einem Dorf wandern

Wetter im britischen Fernsehen

Die wichtigsten Informationen über das Wetter erhalte ich im britischen Fernsehen: BBC bringt regelmäßige Wetterberichte in ihren Morgensendungen und auch in dem Nachrichtenblock am Abend.

Das BBC Wetter ist zunächst für das ganze Land gedacht. Aus diesem Grund ist dieser Wetterbericht auch nur bedingt geeignet Schlüsse für das örtliche Wetter zu ziehen. Besser geeignet sind da schon die von den lokalen BBC Sendern produzierten Wetterberichte, die auch Bestandteil der regelmäßigen Berichterstattung sind.

Den besten und damit den sichersten Wetterbericht findest du auf ITV. Die Regionalsender von ITV strahlen regelmäßige Wetterberichte aus. Das Abendprogramm auf ITV beginnt mit den News aus der Region und endet mit dem Wetterbericht für diese. Ich nutze die Gelegenheit im B&B, um mich auf das Wetter und den nächsten Tag einzustimmen. Selbst wenn die Region auf ITV durchaus mehrere Grafschaften umfassen kann, enthält der Wetterbericht ausführliche und brauchbare Informationen.

Wetter im Internet

Sowohl die BBC als auch ITV berichten ausführlich über das Wetter in UK.

Die BBC unterhält eine zentrale Wetterseite die wesentlich von den Informationen des Wetterdienstes des Met Office, dem nationalen Wetterdienst Großbritanniens, gespeist wird.

Das Met Office  greift auf „alle“ nationalen öffentlichen und nicht öffentlichen Ressourcen zurück um dir alle erdenklichen Informationen zu liefern. So viele Informationen brauchen wir Wanderer nicht. Insofern sind dann die Informationen auf der Webseite der BBC eine übersichtliche Zusammenfassung. Ich nutze die Webseite von Met Offices wenn ich längerfristige Vorhersagen brauche, die über die Temperatur und die Regenwahrscheinlichkeit hinausgehen.

ITV bringt für die Regionen von „National“ bis „West Country“ ausführliche Berichte über das Wetter im weitesten Sinne. Vor allem findest du auf der Webseite von ITV die Clips mit den Wetterberichten aus dem Regionalfernsehen.

Die Webseite von Metoblue liefert neben dem aktuellen Wetter auch interessante Informationen über die Wetter in der Vergangenheit.

The Weather Channel und Weather Office liefern ebenfalls brauchbaren Informationen.

Nützliche Wetter Apps für England

Grundsätzlich zeigen dir die in Deutschland gebräuchlichen Apps auch das Wetter in UK.

Meine Favoriten sind jedoch die in UK häufig genutzten Apps: Met OfficeThe Weather ChannelBBC Weather & Weather Live Free.

Wetter im Radio

BBC Radio unterhält lokale Radiosender im ganzen Land. Ebenso gibt es den Radiosender Heart der lokale Sendestationen unterhält und aus der jeweiligen Region berichtet.

Darüber hinaus kannst du weitere regionale Radiosender finden, die nicht nur gute Musik spielen und interessante Nachrichten von und über Menschen und Ereignissen aus der Region liefern. Alle haben auch regelmäßig einen Blick auf das Wetter vor Ort.

Sonnenaufgang neben einem hohen Gebäude in England

Wer hilft sonst?

Frage einfache Deinen Gastgeber im B&B, den Wirt im Pub oder einen beliebigen Passanten auf der Straße. Die Einheimischen kennen die Wetteraussichten immer.

Oder achte auf die „schwarzen Tafeln“. In einigen Pubs und auch in Surfshops oder in diversen Bekleidungsläden wird auf kleinen schwarzen Tafeln das örtliche Wetter mitgeteilt.

Die richtige, zum Wetter passende Ausrüstung

Regenjacke

In jeden Rucksack gehört eine Regenjacke. Für mich steht an erster Stelle bei der Entscheidung für eine Jacke das Gewicht als wichtiges Kriterium, gefolgt von der Wasserundurchlässigkeit der Jacke. Die Montane Regenjacke Minimus Mountain hat ein Gewicht von 299g und soll den Beschreibungen des Herstellers hinsichtlich der Wasserundurchlässigkeit entsprechen. In den nächsten Tagen werde ich mir die Jacke bei Camp4 ansehen.

Einige Wanderer neigen dazu, anstelle der Regenjacke eine Windjacke mit sich zu nehmen. Die Windjacken sind regelmäßig leichter als die Regenjacken und haben eine höhere Atmungsaktivität. Windjacken mögen ihren Zweck bei einem kurzen leichten Schauer erfüllen, bei einem andauernden Regenguss werden sie versagen.

Regenschutz für Rucksack

Regenhüllen schützen deinen Rucksack und den Inhalt. Zu vielen Rucksäcken gibt es die passende Hülle.

Gelegentlich sehe ich Wanderer die als Schutz vor Regen einen Poncho überziehen. Der Vorteil eines Ponchos liegt sicherlich darin, dass du ihn schnell überwerfen kannst ohne deinen Rucksack ausziehen zu müssen. Für längere Strecken nervt die Bewegungseinschränkung.

Basecap

Ein Basecap schütz mich bei Sonne und Regen gleichermaßen und dies nicht nur weil ich Brillenträger bin.

Halstuch

Mit einem Buff schützt Du Deinen Hals gegen Wind und Wetter. Selbst bei starkem Sonnenschein kann er als Sonnenschutz dienen.

Kapuzenjacke (Hoodie)

Ein Hoodie hilft bei kühlem oder windigem Wetter. Du kannst ihn auch unter einer Regenjacke tragen.

Gefrierbeutel / Schutzhülle

Mein Handy und meine Digicam schütze ich bei Regenwetter mit verschließbaren Gefrierbeuteln. Seit wenigen Tagen benutze ich für mein iPhone aLOSAK Schutzhüllen. Diese Hüllen ermöglichen mir die Bedienung des Touchscreen, ohne dass ich das iPhone aus der Hülle nehmen muss.

Wanderschuhe

Deine Wanderschuhe sollten nicht nur gut passen, sie sollten auch über die GORE-TEX® Funktion verfügen. Falls nicht, dann kannst Du Deine Schuhe, wie Deine andere Wanderkleidung auch, vor einer Wandertour imprägnieren.

Waterproof Gaiters

Sind Überzieher oder Stutzen, die bei Regenwetter teilweise über die Wanderschuhe, vor allem aber über die Wanderhose bis zum Knie gezogen werden. Sie schützen Dich auch nach ausgiebigem Regen davor, dass Deine Wanderschuhe und Deine Wanderhose von dem nassen Gras nicht durchnässt werden.

Die Dinger sehen etwas altbacken aus, erfüllen aber ihren Zweck. Mir persönlich nehmen sie zu viel Platz im Rucksack weg und sind Verhältnis mäßig schwer.

Regenhose

Neben der Regenjacke und an Stelle der Gaiters benutzen einige Wanderer gern Regenhosen. Mir persönlich sind Regenhosen zu schwer und zu unhandlich. Meine eigentliche Wanderhose ist aus speziellem Material welches schnell trocknet. Außerdem habe ich, bei längeren Wanderungen über mehrere Tage, eine Ersatzhose bei mir. Bisher konnte ich so auch mehrtätige Wanderungen im Regen gut übersehen und bin so spätestens am Morgen wieder trocken gestartet.

Sonnencreme

Für jede Wanderung in Großbritannien stecke ich mir Sonnencreme ein. Unabhängig von dem Ort und der Jahreszeit. Auf dem Küstenweg verbrennt die Haut schnell, auch wenn du es wegen der konstanten frischen Briese nicht bemerkst. Gleiches gilt, wenn du im Lake District oder in den schottischen Bergen unterwegs bist. Ich verwende regelmäßig eine Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor.

Natürlich findest du in meinem Blog auch eine ausführliche Packliste für Wanderungen.

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