Campingkocher und Trockennahrung

Campingkocher und Trockennahrung

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Bewölkte Küste in England

13. April 2016…, der Beginn meiner großen SWCP Wanderung scheint unmittelbar vor mir zu stehen. Meine Aufregung steigt und lässt mich manchen Morgen weit vor meiner gewohnten Zeit aufwachen. Nicht nur, weil ich meinem Ziel näher komme, sondern auch, weil mich meine Träume nicht schlafen lassen.

Ein Mal bin ich erwacht in der Panik, dass alles verändert ist, wenn ich zurückkomme. Also kein wirklicher Grund schlecht zu schlafen. Ein anderes Mal war es der Gedanke, dass ich auf dem South West Coast Path keine Unterkünfte finden werde. Grund genug unliebsam zu erwachen.

Kostengünstig im Zelt übernachten

Auf meiner Wanderung werde ich nicht nur im B&B schlafen, sondern ich werde auch jede Gelegenheit nutzen in meinem Zelt zu übernachten. Beide Übernachtungsmöglichkeiten bieten sich an, um flexible und spontan zu wandern.

Auch unter dem Gesichtspunkt der Kostenersparnis ist die Übernachtung im Zelt eine willkommende Alternative.
Dies setzt jedoch auch voraus, dass ich mich selbst versorgen kann. Meine Vorgaben: wenig Gewicht hohe Effizienz. Entsprechend bin ich auf die Suche nach einem passenden Campingkocher gegangen.

Campingkocher für Wanderungen

Im Ergebnis habe ich mich für einen Lite Primus Gaskocher entschieden. Der Lite Primus wiegt unter 200g (ohne Gaskartusche) und hat ein wirklich Wanderer freundliches Packmass.

SChwarzer Campingkocher mit Gaskartusche von Primus Lite

Das Kochgefäß kann auch gleichzeitig als Tasse genutzt werden, so dass unter Umständen ein Trinkgefäß entbehrlich ist. Dieser Kocher arbeitet mit Brennstoffpatronen. Für meine Wanderung kalkuliere ich den Bedarf mit 2 x 100 g Gaskartuschen.

Mitnahme und Kauf von Gaskartuschen

An dieser Stelle drängt sich die Frage auf, nehme ich den Brennstoffvorrat mit nach England oder kaufe ich ihn vor Ort? Die Mitnahme der Brennstoffpatronen stellt mich vor die Frage, ob ich diese mit meinem sonstigen Gepäck bei der Fluggesellschaft aufgeben kann. Die Fluggesellschaften regeln die Sicherheit an Bord durchaus verschieden. Meinen Flug habe ich bei EasyJet gebucht.

Auszug aus den Sicherheitsvorschriften von EasyJet (01.02.2016). Im Ergebnis steht fest, der Kocher kommt in den Rucksack und die Brennstoffpatronen ins Handgepäck.

Alternativ habe ich darüber nachgedacht, mir die Brennstoffpatronen erst in England zu beschaffen. Ein erster Gedanke lies mich erwägen, diesen Einkauf gleich nach meiner Ankunft in London zu erledigen. Dann habe ich bemerkt, dass mein Zeitfenster für meine Weiterreise nach Devon mir wenig Zeit lässt. So bleibt nur der Einkauf auf dem Weg (Taunton) oder am Start meiner Wanderung (Minehead).

Die Suche nach einem passenden Laden gestaltete sich durchaus schwierig. Nicht jeder Ausstatter führt überhaupt das entsprechende Equipment. Andere Ausstatter sind nicht vor Ort. Selbst ein Ausflug in einen der vielen Baumärkte hilft nur bedingt.

Wanderausrüstung auf dem SWCP kaufen

Aus diesem Grund habe ich mir für meine Wanderung eine Liste erstellt. Diese enthält alle möglichen Ausstatter und alternativen Baumärkte in der Nähe meiner Wanderroute, um mir Ersatz für die Brennstoffpatronen zu beschaffen. Meine Unterlagen habe ich ergänzt durch die üblichen anderen Ausstatter für Wanderer, falls ich weitere Ausrüstungsgegenstände oder Kleidung kaufen muss. Hier die Pdf.

Verpflegung auf Wanderungen

Nachdem die Entscheidung zum Kocher gefallen ist, drängt die Frage der geeigneten Verpflegung in den Vordergrund.

In meinem sonstigen Leben gehe ich sehr sorgsam mit meiner Ernährung um. Besonders achte ich darauf saisonale und frische Produkte zu verarbeiten und zu essen. Sofern möglich sollen es Produkte aus dem ökologischen Anbau und Bio Produkte sein. Außerdem vermeide ich Fertigprodukte. Dabei achtet ich drauf, dass diese Produkte möglichst wenig Zucker und Salz enthalten. Konservierungsstoffe mag ich auch nicht essen.

Wer diese oder ähnliche Maßstäbe an seine Ernährung auch auf einer Wanderung umsetzen will, der kommt schnell an seine Grenzen.

Mal abgesehen davon, dass ich beim Essen in einem Pub nicht weiß woher die Zutaten kommen und ob der Hinweis darauf „we use locale products“ nicht nur meint, dass der Wirt im örtlichen Supermarkt einkauft, habe ich oft nur die Chance auf der Tageskarte ein Gericht zu finden, von dem ich glauben kann, dass es frisch zubereitet ist. Auf meinen bisherigen Wanderungen auf dem South West Coast Path wählte ich häufig die Tagessuppe und den Fisch von der Tageskarte und bin bisher immer gut damit gefahren.

Selbstverpflegung auf dem Campingplatz

Jetzt ist es immer dann anders, wenn ich auf einem Campingplatz oder einfach in der freien Natur übernachte. Der nächste Pub ist zu weit entfernt und ein „full english breakfast“ ist nicht inklusive. Der Campingkocher soll mir auch bei diesen Gelegenheiten zu einem warmen Abendessen und einem Frühstück verhelfen.

Zunächst bietet sich die Trockennahrung aus dem Outdoor Laden an. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe lässt mich erschaudern. Künstliche Aromen, Zusatz- und Konservierungsstoffe und E Nummern. Unmengen an Salz und Zucker. Gleiches gilt für die Energieriegel und die Fertigmüslis.

Leckere Produkte von LYO FOOD

Nach langem Suchen bin ich auf die Produkte der Firma LYO FOOD gestoßen. Als erstes haben mich die Versprechen „Natürliche Zutaten“ „Hohe Nährwerte“ und „Funktionale Verpackung“ angelockt.

Inzwischen konnte ich eine Auswahl der Hauptgerichte bereits „indoor“ testen.

LYO FOOD Nahrungsmittel abgepackt in kleine Verpackungen

Bei meiner ersten Bestellung bin ich einfach nach meinen Vorlieben gegangen. Gleich bei dem ersten Produkt „Gulaschsuppe“ ist mir aufgefallen, dass der sonst so typische Geruch und Geschmack nach Fertignahrung fehlt. Sobald das kochende Wasser die Trockenmasse auflöst, entfalten sich vertraute Gerüche. Der Geschmack der Gulaschsuppe steht dem nicht nach. Gründliches Umrühren bleibt wichtig.

Neben dem kleinen Gewicht bin ich von der funktionalen Verpackung begeistert. Das Gericht koche ich in der Verpackung selbst. Die Verpackung ist verschließbar. Beim Essen kann ich den Rand der Verpackung an bereits vorhandenen Einkerbungen einkürzen. Trotz der Einkerbungen hilft auch hier ein Messer.

Inzwischen habe ich in Vorbereitung auf meine Wanderung auf dem South West Coast Path Kontakt mit der Firma LYO FOOD aufgenommen und um ein Sponsoring gebeten. Die Firma ist mir im Rahmen ihrer Möglichkeiten entgegen gekommen. So wartete ich gespannt auf die neuen Frühstücksprodukte. Auch diese konnte ich zwischenzeitlich „indoor“ testen.

Die angebotenen Produkte haben mich gleichermaßen überzeugt. Sie sind wirklich gut im Geschmack und bieten ein echtes Frühstück für meine Zeit im Freien. Die unterschiedlichen Inhalte bedingen Unterschiede beim Packmass. Mein Gewinner beim Frühstück ist deshalb „Organic Millet Porridge“

In den nächsten Tagen werde ich mir bei LYO FOOD ein Proviantpaket zusammenstellen und teilweise vorab nach Großbritannien versenden um dann dort unterwegs meinen Vorrat auffüllen zu können. Nach meiner Rückkehr kann ich dann berichten, wie diese Produkte auch meinen outdoor Test bestanden haben. Bereits jetzt wünsche ich mir noch weniger Zucker, auch Agavensirup ist nur eine Form von Zucker, und weniger Salz in den Produkten.

Für meine Wanderung habe ich mir getrocknete Chiliflocken bereit gelegt. Mal vom Frühstück abgesehen, kann ich mir so jederzeit einheizen, nicht nur geschmacklich.

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