Ben Nevis 1344 m – eine Herausforderung

Ben Nevis 1344 m – eine Herausforderung

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Ben Nevis in Schottland vom Tal aus gesehen

Schlechtwetterfront

Schottland empfängt mich zunächst mit wunderbarem Wetter. Leicht bewölkter Himmel, die Sonne setzt sich häufig durch. Temperaturen die mich erfreuen und mir Spaß verheißen, mich an der frischen Luft zu bewegen.

Das Außengelände des Flughafens in Glasgow bei Sonnenschein

Auf meinem Weg nach Fort William fallen die ersten Tropfen. Der Wetterbericht sollte Recht behalten. Schwarze Wolken ziehen auf und die Aussichten für die nächsten drei Tage lauten: starker Regen. Obwohl sich das Wetter an diesem Tag noch relativ gut hält, erwarte ich in der Tat für die nächsten Tage Dauerregen.

Der Dauerregen sollte mir jedoch nicht bei meiner geplanten Besteigung des Ben Nevis im Wege stehen.

In meinem Artikel über das englische Wetter habe ich ja schon mal gesagt, dass es schlechtes Wetter nicht gibt, sondern nur schlechte Ausrüstung… Die richtige Regenkleidung und ein Überzieher für meinen Rucksack sollen also ausreichen um mich und meine Sachen vor dem angekündigten Regen zu schützen. Immerhin rechne ich beim Packen mit der Möglichkeit schlechtes Wetter zu haben und nehme deshalb stets Regen-Wanderausrüstung mit.

Der anstrengende, bewölkte Aufstieg auf Ben Nevis

Am nächsten Morgen ist der Himmel wolkenverhangen. Ungeachtet dessen wandere ich auf den Ben Nevis zu.

Weg zum Ben Nevis in Schottland an der Straße entlang

Von Fort Williams sind es etwa 2,5 km bis zum Start am Glen Nevis Visitor Center. Nachdem ich den Fluss Nevis überquerte, bin ich dem Mountain Track gefolgt.

Trotz des schlechten Wetters herrschte reger Betrieb auf dem Weg. Mit jedem Höhenmeter verschlechterte sich die Sicht. Der Regen nahm zu und später dann auch der Dunst und Nebel.

Ein Wanderweg über Wiesen entlang hin zum Ben Nevis

Wanderweg hinauf auf den Ben Nevis bei Nebel und Wolken

So blieb mir auch der Blick auf den faktisch am Wege liegenden See Lochan Meall an t-Suidhe versperrt.

Ehrlich gesagt habe ich in den Momenten des Aufstiegs auch nur meinen Blick auf den Boden gerichtet um ein Gefühl der Trittfestigkeit zu haben. Gelegentlich habe ich auf geschaut, um mich an einem anderen Wanderer zu orientieren. Dort wo menschliche Umrisse waren musste der Weg sein.

So habe ich auch erst bemerkt, dass ich den Red Bum bereits passiert hatte, als der Weg mich die nächsten 3 km im Zickzack, Höhenmeter um Höhenmeter, dem Gipfel näher brachte.

Die nicht so tolle Aussicht vom Gipfel des Ben Nevis

Den letzten Kilometer bis zur Ruine des ehemaligen Observatoriums habe ich nur als ein Stolpern im Nebel in Erinnerung. Das Plateau, eine Steinwüste, hat nichts preisgegeben. Die Sicht betrug 5 bis 10 m. Also keine Sicht auf irgendetwas.

Meine Erinnerung beschränkt sich darauf, dass ich völlig durchnässt, zittern vor Kälte weder in der Lage war mir eine wärmende Jacke unterzuziehen, noch etwas zu trinken.

Der Gipfel von Ben Nevis bei dichtem Nebel

Gefährlicher Abstieg vom Ben Nevis bei Schlechtwetter

Da eh nicht viel zu sehen war, habe ich mich auf den Rückweg gemacht. Der Abstieg sollte nicht leichter werden.

Im Gegenteil, mit jedem Schritt verringerten sich meine Kraftreserven und damit meine Konzentrationsfähigkeit.

Jeden Schritt musste ich mit Bedacht setzen. Trotz meiner wirklich guten Wanderschuhe, die übrigens schon seit dem Aufstieg völlig durchnässt waren, bestand bei jedem Schritt die Gefahr des Wegrutschens. Der Untergrund war nass, kleine Bäche flossen talwärts und hinterließen kleine und große Pfützen. Auf den Steinen, die als Stufen dienten, war kaum Halt zu finden.

Nach zwei Stunden bin ich körperlich und mental völlig erschöpft im Tal angekommen.

Den Rückweg zu Fuß nach Fort Williams habe ich dann wieder sehr genossen. Laufen auf ebener Erde und die Sonne kam für einen Moment hinter einer schwarzen Wolke hervor und schien, um mich versöhnen zu wollen.

Meine Wanderung auf den Ben Nevis zusammengefasst

Das Video veranschaulicht doch ganz gut, wie der Weg auf den Ben Nevis war, wie die Aussicht ganz oben war und wie es dann wieder bergab ging…

Die Besteigung des Ben Nevis bei schlechtem Wetter ist eine echte Herausforderung. Ich werde wieder kommen, bei schönem Wetter. Ich will die Aussicht genießen können!

Wanderkarten habe ich nicht gebraucht. Wer trotzdem sicher gehen will, dem empfehle ich Ben Nevis Superwalker XT25 und Ben Nevis Summit XT40 jeweils von Harvey.

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