Anglesey – eine traumhafte Rundwanderung

Anglesey – eine traumhafte Rundwanderung

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Anglesey Coastal Path Schild aus Holz mit Wanderer darauf

Großbritannien ist zu jeder Jahreszeit eine Wanderung wert. Die Insel Anglesey habe ich im April besucht und bin mit Freude den Küstenpfad gewandert. Der Anglesey Coastal Path führt über eine Strecke von 205 km. Anglesey liegt im Nordwesten von Wales und ist nur durch den Meeresarm, der Menai Straße, vom Festland getrennt.

Ich liebe es an der Küste zu wandern. Immer frische Luft, der leicht salzige Geschmack auf der Zunge und der unendliche Blick zum Horizont. Auch verlaufen kannst Du dich nicht. Das Meer ist entweder rechts oder links. Falls Du das Meer nicht mehr siehst oder mindestens hörst, dann bist Du wahrscheinlich vom Weg abgekommen.

Nur beim Aufstieg auf den Goferydd habe ich voraus den Blick auf das Meer verloren. Dafür wurde ich dann mit einem überraschend weiten Horizont belohnt bevor ich zum South Stack herabgestiegen bin. Meinem Highlight des ersten Tages.

Blick auf den Leuchtturm South Stack von oben mit Küste im Hintergrund

Wales hat mich bereits vom ersten Augenblick in seinen Bann gezogen nachdem ich das Ankunftsterminal in Holyhead und die Gegend um den Bahnhof verlassen hatte.

Walisische Landschaft

Da ist zum einen die Landschaft. In Wales findest Du Küstenwege auf denen Dir den ganzen Tag der Wind ins Gesicht bläst.

Du kannst aber auch durch satt grüne Landschaften wandern und dabei verschlafende kleine Ortschaften entdecken, deren Namen wir mit unserer ungeübten Zunge nicht aussprechen können.

Zieht es Dich in die Berge, so wartet in Wales der zweithöchste Berg Großbritanniens, der Snowdon (1085m/3561ft), auf Dich. Dort hast Du dann die Wahl den Snowdon auf dem sehr beliebten moderaten Weg von Llanberis zu besteigen oder einen der vielen anderen Wege zu wählen. Bis hin zum schwierigsten Aufstieg über den Grat Crib Goch. Hier kannst Du mehr dazu lesen.

Falls der Snowdon Deine Lust auf Berge nicht abschließend befriedigt, dann verweile weiter im Snowdonia Nationalpark. Dort findest Du mindestens noch 100 weitere Berge über 610m/2000ft.

Möchtest Du auf Deiner Wanderung Historisches erfahren, dann folge Eduard I. und seinem berühmten Burgenbauer, James of St. George und ihrem programmatischen Plan, Wales im 15. Jahrhundert mit Hilfe von Burgen für England zu unterwerfen.

Anreise zum Anglesey Coastal Path

Mit Air Lingus bin ich von Berlin nach Dublin geflogen. Von dort habe ich die Fähre nach Holyhead genommen. Die Fährüberfahrt bei Irish Ferries kostete 88 € für einen Fußgänger. Die Größe meines Rucksacks spielte dabei keine Rolle.

Vom Flughafen zur Fähre kannst Du einen Bus nehmen. Mein Zeitfenster war jedoch so eng bemessen, dass ich ein Taxi vorzog. Alternativ bietet sich eine Übernachtung in Dublin an, verbunden mit einer ausgiebigen Tour durch einige der vielen Pubs.

Die Ankunft in Holyhead ist wenig spektakulär. Die Gegend um den Hafen und den Bahnhof solltest Du gleich hinter Dir lassen.

Eingang zur Kirche St. Cybil's auf Anglesey und Start des Anglesey Rundwanderwegs

Ab der Kirche St. Cybil’s, dem offiziellen Start des Anglesey Coastal Path, wird es schnell besser.

Wanderwege auf dem Anglesey Coastal Path

Sobald Du Holyhead verlässt, stellt sich sofort das Wandervergnügen ein. Der Höhepunkt meines ersten Tages war der Ausblick auf den Leuchtturm von South Stack.

An den folgenden Tagen konnte ich weitgehend die Einsamkeit an den wunderbaren Stränden der Ostküste von Anglesey und auf dem Küstenweg selbst genießen.

Sandige Porth Cwyfan Bucht in Anglesey bei bewölktem Wetter

Ausgerechnet beim Erreichen der Bucht von Porth Cwyfan musste ich diese mit einer außergewöhnlich großen und lauten Gruppe anderer Wanderer teilen. Trotz Ebbe habe ich aus diesem Grund auf die Besichtigung der Kirche von St. Cwyfan aus der Nähe verzichtet.

Auch in der bei Ebbe gefühlten riesigen Bucht von Llanddwyn war ich froh, dass ich hier im April war. Ich mochte mir nicht vorstellen, wie voll die Strände von Anglesey im Sommer sind. In der Bucht von Llanddwyn konnte ich auch einen ersten Blick auf die Skyline des Snowdonia Nationalparks werfen.

Am Strand in Anglesey mit Snowdon und anderen Bergen in Wales im Hintergrund

Der Anblick der Skyline mit dem höchsten Berg von Wales sollte mich auch am nächsten Morgen aus der Ferne auf meiner Wanderung begleiten. Vom Beginn der Straße von Menai bis nach Beaumaris prägte sich bei mir rechter Hand der Gedanke ein, dass ich bei nächster Gelegenheit den Snowdon besteigen muss.

In Beaumaris lohnt eine Besichtigung des Castles.

Eingang zum Beaumaris Castle auf Anglesey an sonnigem Tag

Die Etappe von Beaumaris bis in die Red Wharf Bay ist mir als die abwechslungsreichste Etappe in Erinnerung geblieben. Die Besichtigung der Penmon Priory und des Tywyn Du Leuchtturms rückten etwas in den Hintergrund bei den unzähligen Aufstiegen bevor ich in die Red Wharf Bay hinabsteigen durfte.

Die Church Bay hält gleich zwei Highlights bereit. Im Wavecrest Café wurde meine Bitte nach einem kleinen zweiten Frühstück mit etwas Salat derart übertroffen, dass ich entgegen meiner sonstigen Angewohnheit ein Bild meines Frühstücks versandte. Später in Trefadog konnte ich in einem der ältesten Häuser Angleseys übernachten. Und der Tag rundete sich von alleine.

Die letzte Wegstrecke zurück nach Holyhead ist nicht als Wanderung in meinem Gedächtnis verblieben. In meiner Erinnerung ist diese Strecke jedoch mit dem besten Espresso von Anglesey verbunden. Am Ende der Brücke „Stanley Embankment“ führt der Anglesey Coastal Path rechts Richtung Penrhos Coastal Park. Wenige Schritte nach dem Parkplatz findest Du linker Hand ein unscheinbares Café. Dort wird der Espresso nicht nur mit einer richtigen professionellen Kaffeemaschine gebrüht, der Kaffee selbst ist auch außergewöhnlich.

Frage die Barista nach der Geschichte, wie ausgerechnet diese Kaffeebohnen in dieses Café kommen. Vielleicht geben sie Dir auch eine Handvoll gerösteter Bohnen, so konnte ich den Duft noch den ganzen Tag mit mir tragen.

2 KOMMENTARE

    • Hallo Lisa,
      campen außerhalb von Campsites ist nicht ohne Genehmigung des jeweiligen Grundstückseigentümers möglich ohne „Ärger“ zu riskieren. Die besondere Schwierigkeit besteht darin, dass Du vor Ort nicht wirklich herausfinden kannst, wer der Eigentümer ist um ihn zu fragen. Auf Anglesey habe ich keine Wildcamper getroffen. Zuletzt war ich auf dem South West Coast Path unterwegs. Dort habe ich mit einigen Wanderern gesprochen, die ausschließlich mit dem Zelt unterwegs waren. Alle haben die offiziellen Campingplätze genutzt. Bei zwei Gelegenheiten habe Wildcamper an sehr versteckten Plätzen wahrgenommen, aber mit diesen nicht gesprochen.

      Herzliche Grüße
      Gabor

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